So gefährlich wie nie zuvor

Ruben Mawick ist wieder in der Ukraine, um dort Menschen zu evakuieren. Zum achten Mal. Und das, obwohl die überall lauernden russischen Drohnen die Arbeit lebensgefährlich machen.


Foto: privat

In einer Nachricht dankt er der Gemeinde für die Unterstützung von inzwischen drei Fahrzeugen, mit denen Menschen gerettet werden können. In einem weiteren Text (aus seinem Instagram-Feed) denkt er sehr offen über den Wert des Lebens und die Freundschaft nach.

"Liebe Alle,
seit dem ersten Februar-Wochenende bin ich wieder in der Ukraine. Mein achtes Mal! Gerade kümmere ich mich um den dritten Krankenwagen, den wir gerade auspanzern. Dessen Anschaffung habt Ihr mit Euren Spenden möglich gemacht!
19.000 € sind in einem Jahr von St. Martha gesammelt worden. Danke, Danke Danke! Wie wertvoll diese St. Martha-Wagen sind, beweist eine simple Multiplikation: Jeder Wagen, fährt mindestens fünf Einsätze pro Tag. Ihr habt die Anschaffung von drei Wagen möglich gemacht! Wieviel Leben habt Ihr schon damit gerettet? Der erste und grösste Wagen fährt seit elf Monaten im südlichen Frontabschnitt. 
Und: Bislang sind alle unsere Autos von russischen Drohnen oder Raketen verschont geblieben. Wir machen weiter."

Natürlich haben wir (die Spender*innen) nicht eine einzige Person gerrettet. Das tun Ruben und viele andere Freiwillige aus aller Welt. Wir können nur voller Bewunderung sein und allemal wieder hoffen, dass es gutgeht. Und dürfen die Aktion durch weitere Spenden unterstützen.

rubido44 ist der Instagram-Account, auf dem Ruben Mawick regelmäßig postet. Am 11. Januar - also noch von zuhause - hat er dieses gepostet:

"Wie seid ihr alle noch am Leben?"
Nicht alle von uns haben es geschafft...

Wenn ich eines in der Ukraine gelernt habe, dann, dass Freundschaft mehr wert ist als Geld. Geld zieht dich nicht in Deckung, wenn du getroffen wirst. Deine Freunde tun das.

In Unserer Volunteer-Community stehen wir füreinander ein. Menschen aus aller Welt, verbunden durch das, was wir gemeinsam tragen. Zusammen bewegen wir Großartiges. Zusammen gehen wir durchdie schlimmsten und die schönsten Tage unseres Lebens.

Ich habe auf diesem Weg Freunde verloren, und mir ist bewusst, dass noch weitere von uns sterben werden. Ich hoffe nur, für sie und für mich, dass es, wenn es passiert, schnell und schmerzlos ist.

Es tut jedes Mal weh, Menschen kennenzulernen und sie wieder gehen zu lassen. Der Schmerz wird nicht weniger, man lernt nur besser, mit ihm zu leben. Nach dem Krieg werden wir diejenigen sein, die einander wirklich verstehen.

Wir sind in Gedanken bei Ruben und den anderen Helfer*innen.
Und bei den Menschen, die so viel Schlimmes erleben und erleiden müssen in diesem Krieg.

Ruben Mawick berichtet aus der Ukraine im Podcast von Paul Ronzheimer

Der stellvertretende BILD-Chefredakteur und Podcaster hat den Rettungssanitäter über seine Einsätze im Kriegsgebiet befragt.