Das Schutzkonzept gegen sexualisierte Gewalt

Eine Gruppe aus unserer Gemeinde hat es entwickelt. Nun ist es fertig.

Ergebnisse sind eine Verhaltens-Ampel, eine Meldestelle und die Schulung aller Mitarbeitenden. Vor allem soll das Thema im Bewusstsein bleiben.

Mit dem Auftrag, ein Schutzkonzept gegen sexualisierte Gewalt für St. Martha zu entwickeln, hat sich eine Gruppe aus unserer Gemeinde vor gut eineinhalb Jahren auf den Weg gemacht. Zu der Gruppe gehörten Karen Döring, Ulli Göcken-Haidl, Elsbeth Jauer, Annegret Kemper, Bärbel Pickl, Margrit Pronath, Micha Rossi und Stefania Scherffig. Nun sind wir im August zu einem Abschluss unserer Arbeit gekommen.

Was haben wir getan? Wir haben für unsere Gemeinde eine Risiko – und Potentialanalyse erstellt. Dabei haben wir uns die Veranstaltungen angesehen, die Gruppen und Kreise, die Räume. Aufgefallen ist uns besonders, dass zu den „vulnerablen“ (schutzbedürftigen) Menschen in unserer Gemeinde nicht nur die Kinder und Jugendlichen zählen, an die man sofort denkt, sondern auch ältere und alte Menschen.

In allen Gruppen und Kreisen und mit den hauptamtlichen Mitarbeitenden haben wir dann über einen Verhaltenskodex gesprochen, der in der jeweiligen Gruppe gelten soll. So geschehen z.B. im Kinderkirchen-Team oder im Frauenkreis. Es sind kleine Verhaltensampeln für einzelne Gruppen entstanden, aber auch eine allgemeine Verhaltensampel, die im Eingangsbereich zum Gemeindesaal aushängt. Auch die Klo-Aufkleber, die auf Nummern im Notfall hinweisen, gehen hierauf zurück.

Die Schutzkonzept-Gruppe hat die Idee einer Beschwerdestelle entwickelt. An die Mailadresse vertrauensperson@stmartha.de können sich Gemeindeglieder vertraulich hinwenden. Unter dieser Mailadresse erreichen Sie dann unsere beiden Vertrauenspersonen Karen Döring und Margrit Pronath, die sich dann unter Wahrung der Anonymität der Betreffenden um das Anliegen kümmern.

Nach Auffassung der Schutzkonzept-Gruppe und des Presbyteriums müssen in Zukunft ehrenamtlich und hauptamtlich Mitarbeitende, die mit Menschen arbeiten, gewisse Voraussetzungen erfüllen: die Vorlage eines erweiterten Führungszeugnisses, die Annahme einer Selbstverpflichtungserklärung und der Besuch einer Schulung gegen sexualisierte Gewalt. Hier ist schon einiges geschehen. So wurden in St. Martha bereits zwei Schulungen angeboten, an denen Haupt- und Ehrenamtliche aus der Gemeinde teilgenommen haben. Doch es ist klar, dass das nur der Anfang sein kann. Hier liegt noch einiges an Arbeit vor uns.

Festzuhalten bleibt, dass sich langsam das Bewusstsein wandelt. Manche Situationen, die uns zu Beginn der Arbeit mit dem Schutzkonzept unproblematisch erschienen sind, nehmen wir inzwischen mit anderen Augen wahr. St. Martha soll ein Ort sein, an dem sich Menschen angenommen und sicher fühlen. Das ist sicher jede Anstrengung wert.

Für die Schutzkonzept-Gruppe: Stefania Scherffig

Auch das Netz für Kinder hat ein Schutzkonzept erarbeitet. Dieses wurde vom Jugendamt geprüft und genehmigt.